Fluffy

Die erste Fahrt

Werkstattwagen

Und dann, am überlangen Osterwochenende, ist es endlich so weit: Ich nehme Fluffy mit auf meine erste Fahrt.

Nichts großes, keine besonderen Ausbaupläne. Einfach nur nach diesem langen Winter voller Werkstattaufenthalte ein bisschen Wind um die Motorhaube wehen lassen. Das, denke ich mir, hat Fluffy bestimmt vermisst.

Also bringe ich meine Handyhalterung an den Lüftungsschlitzen an, verstaue meine Sonnenbrille in griffweite in der Fahrertür, lade mein Gepäck in den Fußraum der Beifahrersitzbank und fahre tanken.

Einhundert Euro und drei Cent lasse ich an der Tankstelle, darin sind enthalten 77,37 Liter Dieselkraftstoff für Fluffy und 0,5 Liter Mundartdiesel für mich. Mit Pfand und Mehrwertsteuer, versteht sich. Aber: So viel Geld hab ich noch nie auf ein Mal an der Tankstelle gelassen, Fluffy sollte jetzt also zwei Dinge tun: Eine Weile damit zufrieden sein. Und nicht zum Totalschaden werden, bevor sie ihren Tank nicht ausgetrunken hat.

So fahren wir los, einträchtig an unserem Diesel schlürfend.

Während der Fahrt fallen mir die verschiedensten Dinge auf, nicht unbedingt zum ersten Mal:

  • Fluffy hat einen deutlich wahrnehmbaren Eigengeruch
  • So ein Kastenwagen ist ganz schön laut
  • Die Rückenlehne und mein Rücken werden nicht so richtig warm miteinander
  • Da fährt ein Fahrzeug an mir vorbei, auf dem steht fett drauf „Werkstattwagen“ – und ich würde Fluffy gerne die Augen zuhalten. Ich hoffe, das ist nicht ihr Karrierewunsch, denn da ist sie bei mir einfach falsch.
  • Es ist sooooooo toll, endlich mal zu fahren!

Und vor allen Dingen: Halleluja! Krasse Scheiße! Ein Gott sei Dank habe ich eine Kimaanlage!

Es ist wirklich so: Ich weiß nicht, wie die Leute die Zeit im Auto früher überstanden haben. Also, damals, als Klimaanlagen noch nicht so verbreitet waren. Mir rettet die Klimaanlage vielleicht nicht unbedingt das Leben – aber doch ganz bestimmt den Tag.

Am Zielort angekommen erfährt Fluffy erst mal große Bewunderung. Also: „So wie ich sie mir vorgestellt habe“. „Größer als ich sie mir vorgestellt habe.“ „Cool seht ihr aus!“ – so in der Art.

Und ich bewundere mich auch – dafür, wie ich mich rückwärts in die Parklücke fädele. Ist bestimmt Anfängerglück. Und es ist auch genug Platz, also: Nichts zum mit angeben. Aber eben doch: Mein erstes Mal und ich klopfe mir selbst auf die Schulter 😉

Weil Fluffy mir auf der Fahrt so gestunken hat, ist meine erste Amtshandlung am Ostersamstag: Auto putzen. Diesmal rücke ich dem Schmutz mit Teppichschaum und Staubsauger zu Leibe. Ich bin mir nicht sicher, wieviel von dem Teppichreiniger man verwendet, gefühlt bin ich eher zu sparsam unterwegs und ich bin mir auch nicht sicher, ob das irgendeinen Effekt hat. Auf den Geruch, meine ich und einen positiven, meine ich.

Denn jetzt stinkt Fluffy erst mal erst so richtig giftig und fies.

Aber am Ostersonntag fahre ich ja schon wieder. Fluffy hatte Zeit sich etwas auszulüften und: Doch, ja, so ist es schon besser.

Und gerne würde ich hier schreiben: Jubel, jubel, ich habe meine ersten 1000 Kilometer mit  Fluffy zurückgelegt (und ja, das habe ich dieses Wochenende tatsächlich) und alles ist prima, allein:

Es ist nicht prima.

Motorkontrollleuchte Nach den ersten 500km wollte Fluffy bereits schon wieder in die Werkstatt. Wie sie mir das zu verstehen gegeben hat? Mit einem lauten Piep, der Aufforderung „Motor kontrollieren“ und der gelben Motorkontrollleuchte. Die kenne ich ja schon.

Bloß eben bislang nicht von Fluffy 🙁

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