Werkstatt

Free Fluffy III

Kutsche

Am 12. April habe ich Fluffy dann dem Vorbesitzer zur Reparatur vorbeigebracht.

Dabei ging es vorrangig um die Schiebetür, aber als ich schon mal dort war, habe ich auch gleich nach einem Griff für die Heckflügeltür gefragt. Die Sache ist nämlich so: Der Griff auf der Innenseite der Heckflügeltüren war herausgerissen, weswegen sich die Tür von innen nicht öffnen ließ. Und der Vorbesitzer hat noch einen Peugeot Boxer auf dem Hof stehen. Totalschaden. Also: Das ideale Ersatzteillager.

„Falls er da also einen Griff finden könnte“, habe ich gesagt. Und er hat gesagt: „Ja, da können wir mal schauen.“

Montag kam dann der Anruf. Fluffy wäre fertig, ich könnte sie abholen. Und ich so:

Jubelschrei

Das ist ja großartig! Fantastisch! Noch vor Ostern! Sensationell! Das ging ja ausnahmsweise mal schnell!

Der erste kleine Wermutstropfen: So kurzfristig konnte mich niemand fahren und da ich mich nicht zweiteilen kann (und Fluffy nicht wirklich eine Smartgarage ist, auch wenn ich sie zuweilen als solche bezeichne) bedeutete das: Den Weg mit den Öffentlichen bestreiten. Das dauert – im Idealfall – 1 Stunde 15 Minuten. Die einfache Strecke.

Was tut man nicht alles für sein TöffTöff 🙂

Und dann mache ich mich auf den Weg, zum Vorbesitzer, komme an, Chef ist nicht da, aber die Mitarbeiter wissen Bescheid. Wir gehen zu Fluffy, die Tür geht auf, sie geht zu, sie geht auf. Also: Die Schiebetür. Und sogar die Heckflügeltür hat einen Griff bekommen.

Ich kann mein Glück kaum fassen!

Verabschiede mich, fahre los, da kommt die Warnung: „Türen offen.“ Ich halte an, steige aus, inspiziere die Tür, öffne sie, knalle sie zu. Steige ein, fahre los. Da kommt die Warnung: „Türen offen.“ Ich versuche es erneut… und erneut… und dann fahre ich zurück zu den freundlichen Mitarbeitern.

Die mir erzählen wollen, es wäre alles in Ordnung. Die mein Problem nicht verstehen wollen. Die mich wegschicken wollen.

Aber ich will nicht. Ich will eine Tür die auf geht und auch wieder zu und keine Warnung im Auto und – dann fällt es mir ein: Ich will mein Auto auch verriegeln können. Die Zentralverriegelung lässt das nicht zu, wenn sie der Meinung ist, eine Tür wäre offen.

Und das, dann, endlich, ist der Punkt an dem auch der Mitarbeiter sich überzeugen lässt.

Er will mit dem Chef reden. Fluffy darf erst mal bleiben wo sie ist. Und ich darf mit den Öffentlichen den Rückweg antreten. 1 Stunde 15 Minuten, im Idealfall. Einfache Fahrt.

Dienstag, dann, Telefonat mit dem Chef, der den Anschein macht, als könnte er mein Problem nicht nachvollziehen. Schlussendlich aber sagt er: „Okay, ich seh es mir an“ und dann, gegen Abend, zweites Telefonat: „Kommt morgen vorbei.“

Und ich denke so: „Alles klar. Der versteht mein Problem immer noch nicht und ich soll es ihm vor Ort zeigen damit er mich vor Ort abwimmeln kann damit das Problem aus seinen Augen ist und ich kann also Fluffy dann direkt zur Werkstatt fahren und sehen, wie die das reparieren, denn ein Auto, das sich nicht abschließen lässt, kann ich nicht gebrauchen. Toll.“

So, also, in dieser Stimmung bin ich am nächsten Morgen – also heute 🙂 – zu Fluffy gefahren. Mit so nem richtigen Widerwillen und dem inständigen Wunsch diese leidige Angelegenheit bald hinter mich zu bringen. Möglichst schon hinter mir zu haben. Nur endlich mich nicht mehr herumschlagen zu müssen.

Aber dann:

Lächelndes Mädchen

Die Tür lässt sich verriegeln! Ich mache große Augen! Es funktioniert alles, wunderbar. Ich kann es kaum glauben. Ich könnte tanzen und jubeln und herumwirbeln. Sie fährt! Und schließt! Und springt an! Und öffnet sich!

Wow. Einfach nur Wow.

Und das sogar noch vor Ostern!

Was hat mir der Chef also erklärt? Da sind Magnete, irgendwo da, bei den Türen. Und wenn die Kontakt haben, dann denkt das System, die Tür ist zu. Haben sie keinen, dann ist die Tür offen. Und dann geht die Zentralverriegelung nicht.

Was haben sie getan? Die Magnete abgeschliffen.

Einfach gehts also manchmal auch.

Später, dann, als ich eigentlich gerne noch gejubelt hätte aber von Tim längst wieder in banale Realitäten zurückgerissen wurde, später dann, im Hausflur, bekommt Tim gerade einen Anruf.

„Ich bin gerade nicht am Rechner“, sagt Tim. „Wir haben gerade Fluffy abgeholt. Sie fährt jetzt.“ Und dann sagt er: „Oh, lass sie das ja nicht hören“ und ich sage: „Was hat er gesagt?“

Zerbrochene Sanduhr
Was mag der ominöse Anrufer wohl gesagt haben?

Der Anrufer sagte: Na, schaun wir mal, wie lange.

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